Südstrand Interessengemeinschaft Fehmarn e.V.

 
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Südstrand


Mit dem Stadtarchivar von Burg auf Fehmarn, Karl-Wilhelm Klahn, sprach am Ostermontag 2007 unser Vorsitzender Dr. Barthel.

Dr. Barthel: Ich freue mich, dass der kurzfristig vereinbarte Termin hier am Südstrand geklappt hat. Herr Klahn, Sie sind als Stadtarchivar das „wandelnde Gedächtnis“ hier auf Fehmarn.
Klahn: Nun ja, es ist immer gut zu wissen, was an einem Ort auf der Insel so alles passiert ist, wenn man neu plant oder baut.

Dr. Barthel: Damit kommen wir sofort auf das aktuelle Thema, der geplanten Bebauung der Spielwiese am Südstrand, zu sprechen.
Klahn: Sehen Sie, an dieser Spielwiese war als erster Planungsvorstoß ursprünglich ein Hotel für „Mutter und Kind“ vorgesehen. Wer will schon etwas dagegen sagen? Dann trat der Plan eines Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels auf. Die IFA mit einer Bettenkapazität von 2.000 Betten sprang ab und neue Investoren fanden sich nicht. Jetzt war das Problem da: Man hatte die 4 Mio. Zusage vom Land, aber zur Restaurierung und Vergrößerung des Meeres-Schwimmbades nicht die erforderlichen eigenen 4 Mio. Das ist im Moment der Stand.

Dr. Barthel:
Augenblick: Die Finanzierung scheint also heute, zu Ostern 2007, nicht zu stehen. Warum wurde denn das Kurmittelhaus zwischen Schwimmbad und IFA-Hotel kurz vor Ostern abgerissen? Den Urlaubern bietet sich eine neue Bauruine neben der bereits bestehenden Ruine Glambek sowie der desolaten Schwimmhalle des „Ostseeheilbades Burg“. Des weiteren haben wir die leer stehenden Bauwerke „Haus des Gastes“, die große „Sportpark-Halle“ und das Restaurant am Binnensee „Sailor’s Inn“? Ein „Ruinenpark am Südstrand“?
Klahn: Den Grund für den Abriss kennen nur unsere 23 Stadtvertreter. Im „Fehmarnschen Tageblatt„ und den „Lübecker Nachrichten„ lesen wir fast täglich kritische Kommentare und Leserbriefe zu diesem einfach unverständlichen Beschluss.

Dr. Barthel:
Wer könnte denn ein Interesse daran haben, frühzeitig durch den Abriss Fakten zu schaffen?
Klahn: Der Abriss erfolgte ohne hinreichende Begründung. Immerhin war das neue Kurmittelhaus nach der umfangreichen Erweiterung im Jahre 1990 noch nicht einmal 17 Jahre alt, war in hervorragendem Zustand, hatte eine erstklassige Einrichtung und soll damals - alles inklusive - 11 Mio. DM gekostet haben. Nach der Inbetriebnahme des Kurmittelhauses blühte der Fremdenverkehr mit zunehmend betuchtem Publikum beträchtlich auf.

Dr. Barthel:
Was halten Sie denn von dem neuen Betreiber der Mittelzentrumsholding MZH des an dieser Stelle geplanten Erlebnisbades? Dies soll eine kommunale Vereinigung aus Bad Segeberg und Wahlstedt sein. Die Verantwortung liegt dann bei Bürgermeistern anderer Städte.
Klahn: Dieses sog. Erlebnisbad – ich würde lieber von Spaßbad reden – hat von Juni bis August Hochkonjunktur. Spätestens im Oktober fängt dann aber die Flaute an. Wir sind hier nicht in Scharbeutz mit dem großen Hinterland Lübeck, Hamburg, Eutin etc. Fehmarn liegt zu weit ab „vom Schuss“, um einen halbwegs ganzjährigen rentablen Spaßbadbetrieb zu unterhalten. Das würde noch nicht einmal in Ihrem Köln gehen.

Dr. Barthel:
Das kann ich freilich bestätigen. In Köln werden derzeitig eine ganze Reihe von öffentlichen Bädern wegen Unrentabilität einfach geschlossen, z.B. in Rodenkirchen, Weiden, Kalk, Nippes usw. Welches Konzept war ursprünglich für den Südstrand vorgesehen?
Klahn: Bereits 1927 bekam die Stadt Burg das Prädikat „Ostseebad“. Der Landrat befürwortete die Genehmigung allein aus der Tatsache heraus, dass diese Kombination „Wasser, Wiese, Wald“ eine gute heilklimatische Therapie für lungenempfindliche Menschen bot. Als dann Architekt Arne Jacobsen 1966 die Planung für den Südstrand gemacht hat, hatte er die Kombination des heilpraktischen Aspekts mit dem Thema der Erholung im Auge gehabt. Die saubere Luft am Südstrand war gerade für die Menschen mit Lungenproblemen außerordentlich gesund. Es traten nämlich hier keinerlei Staubprobleme auf.

Dr. Barthel:
Es droht, dass von diesen drei W’s wohl nur noch das „Wasser“ übrig bleibt. Woraus bestand denn städtebaulich das grundlegend Neue am Ostseebad von 1927?
Klahn: Zur Vorgeschichte: 1872 wurde in einer großen Sturmflut eine Festung des Dänenkönigs Waldemar II von 1210 frei gelegt. Eine 1908 erfolgte gründliche Untersuchung des Areals brachte viele museale Dinge zum Vorschein. Der Burger Rathaus-Erbauer Architekt Carl Voss aus Kiel konzipierte ein Hotel direkt neben der Ruine im gleichen Baustil: Granitsteine und Ziegel. Dieser sog. „Wartturm“ diente zum Warten der archäologischen Funde, wurde zudem ein ausgezeichnetes Speiselokal und wenig später zum Hotel erweitert. Es war ein Prachtbau, der damals 36.000 Goldmark kostete, finanziert aus vielfachen Spenden und freiwilligen, verzinslichen Obligationen und einer städtischen Hypothek von 16.000 RM.1972 wurde er von seinem Turmaufbau „befreit“. Der Wartturm war bis zu seinem Abriss der Mittelpunkt des Ostseebades. 1937 wurde eine „Lesehalle“ gebaut. Dies war ein größeres Backsteingebäude mit wunderschönem Reetdach, erstmalig mit modernen Spültoiletten für Strandbesucher. Hierin waren hier ein größerer Kiosk, Duschkabinen, eine wunderschöne Halle zum Lesen und ein Aufbewahrungsort für die Schwimmausrüstungen der Schüler. Am Strand standen Badekabinen für Damen, Herren und Familien.

Dr. Barthel:
Na ja, es gab nicht immer einen wachsamen Denkmalschutz. Trotz starker Proteste der Bürger gegen den Abriss der reetgedeckten Lesehalle und des Prachtbaus des Wartturms ließ sich die Politik davon nicht beeinflussen.
Klahn: Das kann mal wohl sagen. Weit vor der Errichtung des Südstrandes haben hier großartige sportliche Veranstaltungen auf Burgtiefe stattgefunden. Zum Beispiele waren hier internationale Tanzturniere und große Ringtennis-Meisterschaften mit internationaler Beteiligung. In den Zeitungen dieser 20-er Jahre las ich z.B., dass zahlreiche Redakteure aus dem Rheinland hier nach Fehmarn kamen, um diese Tanzspiele mit Mary Wigmans Tanzschule der „schwingenden Natur“ anzusehen, wobei dem Redakteuer Rolf Cunze aus Essen Fehmarn derart gefiel, dass er 1928 hier vom Bürgermeister als Kurdirektor und „Propagandaleiter“ für einige Jahre angestellt wurde.

Dr. Barthel:
Und jetzt soll die große Spielwiese, die die Erinnerung an diese große Zeit wach hält und eine eigene Geschichte hat, verkauft werden!
Klahn: Weshalb soll diese Wiese verkauft werden?! Die Stadt Burg plante die Modernisierung und Erweiterung des Schwimmbades von 1972. Zu diesem Projekt waren 3,99 Mio. Euro als öffentliche Mittel zugesagt worden, wenn die Stadt die gleiche Summe investiert. Da dieses Kapital selbst durch die enormen Einkommensteuererträge aus dem Betrieb der Windkrafträder nicht vorhanden sind, kam man auf die Idee, diese überwiegend für den Jugendsport genutzte Wiese am Südstrand zu opfern und für 3,5 Mio Euro an einen Hotel-Investor zu verkaufen.

Dr. Barthel:
Wie ist denn nun die Reaktion in der Öffentlichkeit?
Klahn: Dieser Verkauf in Top-Lage, dazu noch eines großen Teils des 1901 angepflanzten Waldes als des einzigen noch vorhandenen größeren kommunalen Gehölzes bringt besonders die Burger Einwohner, die ihr Herzblut hier drin haben, geradezu außer Fassung. Seit Jahren gibt es Leserbriefe ohne Ende. Der einheimische Dip.-Ing. Heino Kühl sammelt Unterschriften seit einem Vierteljahr gegen dieses unmögliche Projekt, hier einen Hotelbau zu errichten. Heino Kühl hat bisher über 2.700 Unterschriften mit Adressen zusammen.

Dr. Barthel:
Was hat es mit dem Streit um die Kurtaxe auf Fehmarn auf sich?
Klahn: Am 1.1.2003 kam es zum kommunalen Zusammenschluss der Stadt Burg mit 6.400 Einwohnern und der Landschaft Fehmarn mit 6.200 Einwohnern. „Op Fehmarn is alln’s anners!“ Die erste Kommunalwahl am 3.3.2003 ergab eine große Überraschung: Von den 23 Stadtvertretern bekam die Landschaft 15 Sitze, die Stadt 8 Sitze. Von allen kritischen Punkten war im Vorfeld lediglich die im Grundsatz bereits beschlossene gemeinsame Kurtaxe für die ganze Insel zurückgestellt worden. Vorgesehen war vorher ganz allgemein die Summe von 1 Euro für alle Inselgäste. Das wären bei 3.500.000 Gäste im Jahr immerhin 3,5 Mio. Euro Kurtaxe für die Stadtkasse.

Dr. Barthel:
Wo ist denn nun das Problem?
Klahn: Man einigte sich letztendlich im Stadtparlament für 2 Zonen der Kurtaxe, wobei man Burgtiefe, Burg und die Neue Tiefe (diese als Teil der früheren Landschaft und ohne Eigenschaft als „Ostsee-Heilbad“) mit der Kurtaxe von 2.50 Euro in der Hauptsaison belegte und die übrige ehemalige Landschaft (42 Dörfer und 17 Campingplätze) sich mit pauschal 500.000 Euro abzüglich Mehrwertsteuer von der Kurtaxe frei kauften konnten. Von den 3,5 Mio. Übernachtungen im Jahr haben die Dörfer mit den 17 Campingplätzen 5/6 der Bettenkapazität, die Stadt Burg mit dem Südstrand haben nur 1/6, zahlen aber bereits 800.000 Euro Kurabgabe.

Dr. Barthel:
Sahrensdorf liegt zum Südstrand näher als Burg. Wo bleibt der Gleichbehandlungsgrundsatz, die Gegenleistungen sind doch überall gleich?
Klahn: Das frage ich mich auch. Der Gästewettbewerb auf Fehmarn ist verfälscht. Wir sind wieder eine Zwei-Klassen-Gesellschaft auf Fehmarn geworden. Das ist ein Rückschritt gegenüber vor der Kommunal-Vereinigung, selbst vermietende Stadtverordnete der Dörfer erklärten sich bei der Abstimmung "Nicht befangen!"

Dr. Barthel:
Diese Zwistigkeiten auf Fehmarn werden langfristig zum Schaden der Insel führen. Gab es bereits einmal eine ähnliche Vorgehensweise wie jetzt mit dem Abriss des Kurmittelhauses und der Überführung des Schwimmbades in den auswärtigen Kommunalverband MZH?
Klahn: Schon die drei Hochhäuser überrumpelten damals die Burger geradezu. Sie kamen erst zu Verstand, als das sechste und siebte Stockwerk von Burg aus zu sehen war. Niemals hatte man diesen Gigantismus auf unserer buttplatten Insel für möglich gehalten.

Dr. Barthel:
Was ist das Besondere an der Spielwiese bzw. an dem Wäldchen, was jetzt geopfert werden soll?
Klahn: Der Regierungspräsident betonte 1928 bei seiner Verleihung der „Badekonzession“ für Burg als Ostseebad, dass die Essenzen des Tannenwaldes und die salzhaltige Luft der Ostsee eine hervorragende Kombination seien, um Menschen mit Lungenproblemen zu helfen bzw. von ihrem Leiden zu heilen. Deshalb seien Spielwiese und Tannenwäldchen für alle Strandbesucher so wichtig.

Dr. Barthel:
Aber die Abgase von den Autos! Wie kamen denn die Leute früher zum Südstrand?
Klahn: Die Stadt Burg hatte für den Südstrand im Sommer extra drei Busse laufen, die von städtischen Bediensten geführt wurden. Diese fuhren ständig von Mai bis September. Für uns Kinder betrug die Fahrt hin und zurück 15 Pfennig, für Erwachsene 30 Pfennig. Von Burgstaaken fuhren im planmäßigen Verkehr drei Boote mit einem Fassungsvermögen von mehr als je 20 Personen nach Burgtiefe

Dr. Barthel:
Und heute?
Klahn: Am 8. August 2004 fand ich auf Burgtiefe keinen einzigen Parkplatz mehr. Alles war gerammelt voll! Ich fuhr zurück und kam mit dem Fahrrad wieder nach Burgtiefe. Dann habe ich mit meiner Frau die PKW’s gezählt. Es waren 5.051 Autos auf Burgtiefe und übrigens gut 1.000 Fahrräder! Dies bedeutet, dass täglich durch Burg und Neue Tiefe 10.102 Autos alleine zum Südstrand fahren. In der Zwischenzeit ist hier die „Strandburg“ entstanden. In den letzten drei Jahren mit der kommunalen Insel-Vereinigung von Stadt und Land kommen wesentlich mehr Südstrand-Besucher aus den Dörfern. Wo sollen diese Autos noch stehen?

Dr. Barthel:
Apropos Strandburg: Können Sie mir etwas zum architektonischen Konzept von Prof. Arne Jacobsen aus Kopenhagen sagen?
Klahn: Bei der Preisausschreibung kamen 6 Entwürfe in die engere Wahl. Alle hatten weiträumig die Spielwiese und das Wäldchen als „grüne Lunge“ frei gelassen. Arne Jacobsen legte auf die Kombination der langsam ansteigenden Horizonte mit zunächst der flachen Spielwiese, dann dem „Haus des Gastes“, sodann dem noch höheren Schwimmbad und letztlich der drei Turmhotels großen Wert. Ähnlich die Sicht von der See her: Strand – Düne – Bungalows – 3-stöckige Appartementhäuser – 5-stöckige Appartementhäuser. Dies war seine grundlegende Konzeption der klaren Linie.

Dr. Barthel:
Was wird denn nun die Zukunft bringen?
Klahn: Im Juni 1949 gab es einen allgemeinen Aufbruch der Nord- und Ostseebäder. Ein bekannter Chefreporter des NWDR namens Hermann Rockmann hatte Sylt und Norderney besucht und kam jetzt nach Burgtiefe. In Anbetracht der zuvor inspizierten Nobelbäder guckte der Reporter recht skeptisch auf den Badebetrieb am Südstrand, denn nur hier auf der Insel Fehmarn waren Kurgäste. Rockmann fragte unseren Bürgermeister Hugo Linden, seines Zeichens ein Möbelhändler vom Burger Marktplatz, der zugleich Kurdirektor war, wie weit es mit dem Badebetrieb auf Burgtiefe dann wäre. Der Bürgermeister antwortete: „Die Lesehalle ist von Flüchtlingen geräumt. Die Toiletten sind geweißt; die Fahrradständer entrostet, Bänke aufgestellt und der Strand von Tang und Seegras gesäubert, - die Gäste können kommen!“

Dr. Barthel:
Das war damals. Und jetzt?
Klahn: „Die Zelte vor dem „desolaten“ Haus des Gastes bleiben aufgestellt, das teure Kurmittelhaus wurde in 324 LKW-Ladungen entsorgt und unser von Buhnen "befreiter" und damit schmal gewordene Strand wurde mit unzähligen LKW-Ladungen Sand aufgefüllt: - Die Gäste können kommen!“

Dr. Barthel:
Richtig! Ich habe mich gewundert. Jetzt zu Ostern wurde der Südstrand Mittelabschnitt Burgtiefe mit unzähligen LKW-Sandladungen aufgefüllt, offensichtlich um den durch die Herbststürme sehr schmal gewordenen Strandstreifen wieder zu verbreiten. War das immer so?
Klahn: Nein! Durch die Wegnahme der Buhnen in den letzten Jahren hat sich der weiße Sand am Südstrand nicht mehr überall gehalten. Ich bin der Meinung, wenn keine neuen Buhnen gebaut werden, wird es zu einem Geröllstrand kommen, wie es vor 1921 war. Bürgermeister Clausen erkannte 1921 diese „Perle der Ostsee“ und ließ 14 Holzbuhnen bauen, um den Sand festzuhalten. Zu dieser Zeit waren 30 Strandkörbe am Südstrand wie auch neben dem Warteturm noch ein kleineres Restaurant. Das Geld für diese Sandladungen hätte ich lieber in neue Buhnen investiert gesehen. - Aber das alles können Sie in meinen Büchern, die ich hier mitgebracht habe, nachlesen.

Dr. Barthel:
Toll! Diese werde ich in Ruhe studieren. Dann kann man fundiert argumentieren. Wieso habe ich die Bücher in den Buchhandlungen von Niederlechner, Stolz oder Rauert nicht gesehen?
Klahn: Die ersten beiden Bücher sind ausverkauft, von dem dritten Buch gibt es nur noch wenige Exemplare. Die drei Bücher behandeln erstens: „Fehmarn – eine Insel im Wandel der Zeiten“, und zwar Landwirtschaft, Schifffahrt und Badebetrieb. Zweitens: „Fehmarn als Landbrücke zwischen Germanien und Skandinavien“: Es handelt von der ersten Fährverbindung im Jahre 1200 über den Fehmarnsund, 1300 Pilgerfahrten über Fehmarn zu den Pilgerstätten Europas, bis zum Bau der Fehmarnschen Eisenbahn 1905 und Inbetriebnahme der Fehmarnsundbrücke 1963. Das dritte Buch erschien zum 800-jährigen Bestehen unserer „Stadt Burg auf Fehmarn 1202–2002“ mit der vollständigen Historik Fehmarns im Kurzformat und 136 historische Fotos.

Dr. Barthel:
Sagen Sie einmal, wie kamen Sie an diese vielen historischen Fotos?
Klahn: 1986 starb die Goldschmiede- und Fotografenfamilie Heinrich Lafrenz aus Burg (gegenüber der Doppeleiche) aus. Da die beiden letzten Geschäftsinhaber über Jahre krank waren und an Ausschlag litten, wurde der ganze Nachlass in einem Container zur Müllkippe nach Neu-Rathjensdorf gefahren. Mit Genehmigung der aufsichtsführenden Herren der Deponie durfte ich in einer Nacht- und Nebelaktion mit meinem damals 12-jährigen Sohn Torsten die unzähligen Fotoglasplatten dieser drei Generationen starken Fotografenfamilie retten; diese waren in dicke Pappschachteln verschnürt. Ich habe sie zum größten Teil von dem Fotografen Michael Lippert und meinem Vetter Dieter Klahn zu sehr guten Schwarz-Weiß-Fotos entwickeln lassen.

Dr. Barthel:
Das ist ja eine unglaubliche Geschichte! Hoffentlich sind sich die Fehmaraner bewusst, was Sie gerettet haben. Darf ich aus diesen Büchern für unsere Homepage Texte und Bilder entnehmen?
Klahn: Sie können für diesen Zweck gerne alle Informationen aus meinen Büchern entnehmen, genauso dürfen Sie auch die Fotografien ins Internet setzen. Ich freue mich, wenn möglichst viele Interessierte an der Geschichte Fehmarns ihre Freude haben.
Dr. Barthel: Ganz herzlichen Dank, Herr Klahn hierfür und für dieses informative Gespräch. Ich hoffe, dass auch ihr viertes Buch bald erscheint und ein großer Erfolg wird.

Zur Person:
Karl-Wilhelm Klahn ist in Burg am 5.1.1930 geboren, verheiratet und Vater von 4 Söhnen. Er ist Bundesbahninspektor i.R. und Stadtarchivar in Burg auf Fehmarn, zugleich Referent zahlreicher VHS-Veranstaltungen sowie ein sehr bekannter und beliebter Stadt- und Inselführer, Autor verschiedener Bücher; das vierte Buch erscheint in Kürze und lautet: „Fehmarns Kirchen und Kapellen – Friedhöfe erzählen Schicksale!“


Südstrand mit Buhnen: Sandstrand


Südstrand ohne Buhnen: Geröllstrand



Südstrand: Planungen











Südstrand: Ostern 2007