Pressemitteilung vom 29.07.06
Auf der letzten Sitzung des Vorstandes der Südstrand-Eigentümer-Interessengemeinschaft
hat dieser sich erneut mit der Situation am Südstrand befasst.
Einerseits wird begrüßt, dass die über lange Zeit offene Situation am Südstrand mit den
Problemfeldern Schwimmbad und Bebauung Spielwiese weitgehend geklärt erscheint und über die
Beteiligung der Betroffenen am neu zu entwickelnden „Masterplan Südstrand“ mit den Kernpunkten
Promenade längs des Binnensees und weiterer Attraktivierung der Halbinsel Aktivitäten in die
richtige Richtung entwickelt werden. Andererseits ist zu befürchten, dass wesentliche
Eigenschaften im Sinne einer positiven Corporate Identity des Südstrandes wie Naturbelassenheit,
Familienfreundlichkeit, Eventdurchführungen und gute Erreichbarkeit verloren gehen.
Gerade die Positionierung des Südstrandes im Hinblick auf Wiesen, Wald und Wasser gegenüber
den Betonwüsten von Heiligenhafen und der Trostlosigkeit am Strand Grömitz kam der Spielwiese
eine bedeutsame Rolle zu. Diese wurde nicht nur von Groß und Klein der Strandbesucher sehr gut
angenommen, sondern war auch prägend vom Land und von der See aus. Ersatzflächen durch das erneut
beschlossene Baufenster in diesem Grünbereich sind nicht erkennbar. Eine ähnlich attraktive
Spiellandschaft an anderer Stelle wird in den Planungen vermisst.
Die geplante neue Hotelanlage mit avisierten 4 Sternen wird weniger den Schwerpunkt
auf Familienfreundlichkeit, als vielmehr auf Tagungshotel legen. Nicht von der Hand zu
weisen ist aber die Gefahr, dass hier eine Art Geisterviertel mit hohem
Imageschaden entsteht: Die beiden letzten Betreiber des in unmittelbarer Nähe liegenden
Sportparks (zuletzt Piratenland) waren insolvent gegangen. Auf die Gäste macht das Leerstehen
dieser vor sich her gammelnden Anlage ebenso wenig einen guten Eindruck wie die seit zwei Jahre
leerstehende Anlage „Sailor’s Inn“ schräg gegenüber sowie die seit Jahren nicht mehr
bewirtschaftete Tennisanlage. Als viertes Objekt steht seit diesem Jahr zu allem Überdruss
das unmittelbar benachbarte Haus des Gastes leer. Skeptisch äußert sich Barthel zur
Schwimmhallensituation: „Auch das neue Badmanagement muss erst einmal beweisen, dass es
künftig besser wird.“ Vorstandsmitglied Hünker ergänzt: „Es wäre fatal, wenn in diesem touristisch
hoch verdichtetem Bereich das Schwimmbad als fünftes Objekt nicht mehr ordentlich betrieben würde,
von der neuen Hotelanlage ganz zu schweigen.“ Vorstandsmitglied Schemberg äußert ganz erhebliche
Zweifel: „Hoffentlich kommt der neue Betreiber mit dem zugesagten Zuschuss aus!“ Der Politik und
der Verwaltung wird dringend angeraten, auf die jeweiligen Eigentümer einzuwirken, dass die
vorgenannten Objekte tatsächlich genutzt werden bzw. das in künftigen Verträger eine Betreiberpflicht
installiert wird, damit langjähriger Imageschaden durch Leerstehen vermieden wird. Der Beschuss
der Stadtvertretung, kein Baurecht für Eigentumswohnungen am Sportpark vorzusehen, wird im übrigen
aber ausdrücklich begrüßt.
Durch das Leerstehen lassen des Haus des Gastes sowie des ehemaligen Sportparks weisen die
Durchführungen von Events am Südstrand von der Quantität und Qualität einen eher negativen Trend auf.
Hier muss man die ernormen Aktivitäten der im Wettbewerb stehenden anderen Ostseebäder sehen,
insbesondere in den neuen Bundesländern. Hier gilt es, nicht den Anschluss zu verlieren und notfalls
mit den üblichen Mitteln der Politik und der Verwaltung die Interessen der offenbar wenig an einem
Strang ziehenden Eigentümern sowie der IFA unter einen Hut ziehen. Durch konsequentes Ausräumen der
Dienstleistungsdefizite am Südstrand, insbesondere im Hinblick auf die Bereiche Ordnung, Sicherheit,
Sanitäranlagen und Parkmöglichkeiten bei größeren Events würde die Attraktivität dieses touristisch
stark frequentierten Areals erhöht.
Der Vorstand vermisst nach wie vor eine Planung bezüglich einer besseren Erreichbarkeit des
Südstrandes für PKW-Fahrer. Der PKW-Verkehr zur Insel hat in den letzten Jahren nicht zuletzt
infolge der rückläufigen Bahnverbindungen zugenommen. Es macht keinen Sinn, wenn man von Hamburg
mit einem schnellen Fahrzeug in einer Stunde über die bald fertige Autobahn bis Burg kommt und
danach über Gebühr lange im Stau steckt. Will man möglichst viele Gäste am Südstrand, insbesondere
an der neuen Hotelanlage haben, so muss auch die Logistik bedacht werden. Es wäre schon gut, wenn
man wenigstens von der Planung einer entsprechenden Trasse erfahren könnte.
Der Vorstand wird die weitere Entwicklung am Südstrand aufmerksam verfolgen.
Die Interessengemeinschaft ist mit 450 Mitgliedern einer der mitgliederstärksten Vereinigungen
auf Fehmarn. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage.
Dr. Barthel
(1. Vorsitzender)
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